Test-Flop aus dem Sommer soll den Winter retten

Sepp Schellhorn   26.08.2020

Sie kennen sicher die bekannte Weisheit der Dakota-Indianer: “Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.”  Elisabeth Köstinger kennt den Spruch leider nicht. Der steuerfinanzierte Test-Flop aus dem Sommer soll jetzt den Winter-Tourismus retten. Der Test-Flop wird ab September auf Campingplätze, Jugendherbergen und Gastronomie-Betriebe ausgeweitet. Weiß doch jeder, dass gerade Campingplätze im Herbst und Winter gestürmt werden. Dicht gefolgt von leeren Jugendherbergen, denen die Schullandwochen fehlen. Leitlinien für den Winter wurden freilich keine präsentiert. Hier fehlt der Ministerin noch der Plan. Wer so agiert, ist bar jeder Idee und zeigt nur, dass man die touristische Praxis ausschließlich vom Hörensagen kennt.

Testungen ohne Teststrategie sind sinnlos

Das mit viel Marketing begleitete Gütesigel ist vom Tisch, übrig blieb ein Test-Zertifiakt der Wirtschaftskammer. Da der Mehrwert für die Betriebe nicht gegeben ist, wird das Projekt weiter floppen. Durch die fehlende Teststrategie sind die Testungen eine reine Marketing-Aktion und Momentaufnahme – sie schaffen keine Sicherheit. Seit Mai läuft das steuerfinanzierte Projekt, doch statt der angepeilten 65.000 Tests wöchentlich, steht man derzeit bei mageren 115.000 Test österreichweit. Aber Köstinger und Mahrer agieren hier nach einem türkisen Sprichwort: „Ein Kuchen, der bereits mit 150 Mio. Euro budgetiert und unter Freunden aufgeteilt ist, der wird auch gegessen.“

Kindergärten: Landesrätin rät zu Gelassenheit

Im Gegensatz zu Kurz und Köstinger agiert Salzburgs Familienlandesrätin Andrea Klambauer evidenzbasiert und folgt den Expertenempfehlungen. Die Datenlage von Univ. Prof. Allerberger und Dr. Martin Sprenger wischt der Kanzler seit Monaten mit wöchentlichen Umfragezahlen vom Tisch. Währenddessen richtet Klambauer einen Appell an Salzburgs Kindergärten. Dort ist das Risiko von CoV-Ansteckungen sehr gering. Die Kinder sollten nicht bei jedem Schnupfen oder Husten nach Hause geschickt werden und die Kindergärten sollten offen bleiben. Kurzum: Panik raus, Vernunft und Gelassenheit rein.

Ein Mauscheln hinter verschlossenen Türen spielt es nicht

In einem offenen Brief an den ÖBAG-Aufsichtsrat habe ich diesen zur sofortigen Abberufung von Thomas Schmid aufgefordert, denn der Aufsichtsrat kommt bisher seiner Kontrollfunktion nicht nach. Tags darauf kam eine wortreiche Nicht-Antwort zurück. Man möchte lieber ein vier-Augen-Gespräch. Aber ein Mauscheln hinter verschlossenen Türen wie in den 1960er-Jahren gibt es mit NEOS nicht.

Hier fliegt Ihre Staatshilfe

Jegliche Transparenz wird uns auch bei der steuerfinanzierten AUA-Rettung verweigert. Zu den knapp 3 Mio. Euro Boni an das AUA-Management schweigt sich Finanzmister Blümel ebenso aus wie zu den Details des AUA-Deals. Fest steht nur: Wenn Vertreter der Volkspartei am AUA-Verhandlungstisch sitzen, werden Vorstandsträume wahr. Hören Sie doch dazu in meinen Podcast rein.