Prüfer zerpflücken Kammerausgaben

Sepp Schellhorn   19.04.2021

Können Sie sich noch erinnern? Harald Mahrer ist 2018 angetreten, um die Wirtschaftskammer zu reformieren. Das Programm nannte sich 4.0. Sie haben Recht, so beginnt eigentlich ein schlechter Witz. Und würden wir die Champagner-Fraktion in der Kammer nicht mit unseren Mitgliedsbeiträgen finanzieren, wäre es fast lustig.

WK Präsident Mahrer hält nämlich auf Kosten der Pflichtmitglieder paradiesische Zustände am Laufen

Zumindest für sich und seine Wirtschaftsbund-Freunde. Die Prüfer des internen Kontrollamts zerpflücken die Kammerausgaben jetzt. Seit Mahrers Antritt 2018 haben sich allein die Beraterkosten auf 3,5 Mio. Euro verdoppelt. 2019 dann bereits auf 4,3 Mio. Euro.

Die Zwischenbilanz des selbst ernannten Reformer Mahrer hat es in sich:

  • horrende Ausgaben für geparkte Mitarbeiter
  • Mitgliedschaften in Golfklubs
  • teure Schulen
  • explodierende Beraterkosten OHNE einen Präsidiumsbeschluss mittels Rahmenvertrag und OHNE jedes Gesamtkonzept

Die explodierenden Ausgaben für externe Berater ohne entsprechende Beschlüsse passen übrigens zur Kurz-ÖVP. Und wer hausintern keinen Rückhalt hat, muss von außen teuren Rat zukaufen – so geschehen bei der WKO: Millionenaufträge für Berater ohne Gremialbeschlüsse.

Das ist eine Verhöhnung aller Unternehmerinnen und Unternehmer!

Während zigtausende Unternehmen in der Corona-Krise ums Überleben kämpfen und nicht wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, wirft die WKO mit beiden Händen das Geld beim Fenster hinaus. Aber in der Opernball-Champagner-Fraktion rund um Präsident Mahrer verwundert es nicht mehr, wenn mehr als 40.000 Euro für Golf-, Yacht- und andere Klubmitgliedschaften ausgegeben und 300.000 Euro bei der Commerzialbank-Pleite versenkt werden.

Die Kammer-Führung ist reformresistent
Das Kontrollamt fordert nicht zum ersten Mal strengere Maßstäbe für die Übernahme von Schulkosten im Ausland – die WK-Führung blieb bisher untätig. Die 2018 versprochenen „Einsparungen“ von 134 Mio. Euro sind nur in homöopathischen Ansätzen erkennbar.

Ich fordere Harald Mahrer einmal mehr auf, die WKO-Rücklagen in der Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro endlich zum Wohl der Pflichtmitglieder aufzulösen!

Wir brauchen eine Kammer, die im 21. Jahrhundert angekommen ist und keine, die Privilegien aus dem letzten Jahrhundert krampfhaft verteidigt.