ku2_ 40 jahre

KU 2: Die Strafsteuer auf Arbeitsplätze feiert ihren 40. Geburtstag

Sepp Schellhorn   17.12.2019

Die Kammerumlage 2 ist ein permanent gewordenes Provisorium. 30 Jahre zu spät gehört die Strafsteuer auf Arbeitsplätze endlich abgeschafft.

Eingeführt unter Rudolf Sallinger als Übergangslösung für notleidende Unternehmer, wurde die Kammerumlage 2 heute auf den Tag genau vor 40 Jahren beschlossen. Angekündigt war eine Befristung auf zehn Jahre. Und trotzdem zahlen wir Unternehmerinnen und Unternehmer bis heute diese Strafsteuer auf Arbeitsplätze.

Engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, die ohnehin schon völlig mit Bürokratie zugemüllt werden, werden also seit sage und schreibe 30 Jahren dafür bestraft, dass sie Arbeitsplätze schaffen, erhalten und den Wirtschaftsstandort stärken.

Als Unternehmer fühle ich mich von meiner angeblichen Interessenvertretung gefrotzelt. Die Betriebe werden ausgeblutet, während die Kammer den Speck hortet.

Die Wirtschaftskammer ist mittlerweile Milliardärin

Die Kammerumlage 2 ist eine auf gut österreichisch permanent gewordene Übergangslösung und dient heute zu nichts anderem, als die ohnehin schon üppigen Einnahmen der Wirtschaftskammer weiter zu erhöhen. Alle Wirtschaftskammern zusammen – also die Zentrale und die neun Landesorganisationen – haben bei den Einnahmen im Vorjahr erstmals die Milliardengrenze geknackt. Während wir Unternehmerinnen und Unternehmer schauen , wie wir über die Runden kommen.

Die Kammerumlage 2 – die Teil der Lohnnebenkosten ist – gehört ein für alle Mal abgeschafft!

Schafft man die Kammerumlage 2 ab, sinken auch die Lohnnebenkosten. In Zahlen entspräche dies einer Entlastung von unglaublichen 368 Millionen Euro.

Die Kammer sollte endlich ihre Aufgabe ernst nehmen und im Interesse ihrer Zwangsmitglieder handeln. Stattdessen zieht sie diesen jedoch weiterhin das Geld aus der Tasche. Wer die Unternehmerinnen und Unternehmen tatsächlich entlasten will, muss die Lohnnebenkosten senken und nicht die Kammer immer weiter aufblähen. Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer haben eine echte Interessenvertretung verdient!

Eine gute Vertretung braucht keinen Zwang

Die WKO muss sich dem Gedanken einer Serviceorganisation widmen. Klar ist: Eine gute Vertretung, die auf Qualität achtet, braucht keinen Zwang! Als früherer ÖHV-Präsident weiß ich, was eine freiwillige Interessenvertretung zu leisten im Stande ist. Da wird um die Mitglieder gekämpft. Aber für die WKO ist das freilich Neuland.