Der Tourismus in Österreich funktioniert nicht wegen der Politik so gut, sondern trotz der Politik.

Sepp Schellhorn   09.12.2019

Weltweit bewundert, daheim ein Stiefkind

Der Tourismus in Österreich funktioniert nicht wegen der Politik so gut, sondern trotz der Politik.

Der Tourismus-Sektor hat im Jahr 2017 fast 24 Milliarden Euro direkt an Wertschöpfungseffekten gebracht und trägt 6,4 Prozent zur Gesamtwertschöpfung bei. In kaum einem anderen Land der Welt sind die Tourismuseinnahmen so hoch wie in Österreich. Doch die stagnierenden Saisonnierskontingente für den Tourismus zeigen, dass die Politik den Fremdenverkehr nicht ernst nimmt.  In der österreichischen Politik existiere nur wenig Expertise und enden wollendes Verständnis für den Tourismus.

Man muss den Fremdenverkehr in Österreich als Gesamtkunstwerk nicht verstehen, aber man soll den Touristikern zumindest keine Steine in den Weg legen.

Fachkräftemangel, viel zu hohe Lohnnebenkosten und Überbürokratie – diese Stolpersteine müssen endlich weg, damit die Touristikerinnen und Touristiker den Fokus wieder auf die wichtigen Dinge legen können: Auf unsere Gäste.

Was braucht es jetzt? 5 Punkte für den Tourismus!

Es liegt auf der Hand, welche fünf Maßnahmen in der Tourismusbranche gesetzt werden müssen und an welchen Schrauben die Politik drehen sollte:

Erstens: Abschiebestopp von qualifizierten Lehrlingen mit dem ,3+2‘-System gegen den Fachkräftemangel.

Zweitens: Eine bessere Abstimmung und Verzahnung in den Destinationen – sprich: Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung, Unternehmen und der Landwirtschaft.

Drittens: Runter mit den Lohnnebenkosten zur Entlastung der Unternehmerinnen und Unternehmer.

Viertens: Eine echte Mentalitätsreform, bei der die längst überholte Schubladisierung und Trennung nach Berufsständen im Sozialversicherungsrecht geändert wird.

Und last, but not least: Ein für alle Mal Schluss mit bürokratischen Spompanadeln, die allen das Leben schwer machen.