Christoph Waltz & Sepp Schellhorn – That´s a bingo!

Sepp Schellhorn   16.11.2016

Ich, Sepp Schellhorn, meine: Da werden sich die Touristiker ganz schön bedanken.

Im Kurier vom Montag wurde klar und deutlich festgestellt, dass den gastronomischen Betrieben die Köche ausgehen. Also zur Klärung: Sie gehen ihnen nicht aus, jedoch ist es mittlerweile eine schwierige Angelegenheit, Mitarbeiter für die Küche aber auch für andere Bereiche in der Gastronomie und der Hotellerie zu finden.

Unheilvolle Allianz von VIDA & FPÖ

Naturgemäß fand die Gewerkschaft gemeinsam mit der FPÖ sofort den Grund und die Schuldigen: Es ist die schlechte Bezahlung. Mit der Forderung, die Köche in die Liste der Mangelberufe aufzunehmen, wolle man die Hintertüre öffnen für Billigarbeiter – meint die FPÖ.

Christoph Waltz (die FPÖ wird ihn nicht kennen),  meinte wiederum kürzlich zu dieser Art von Politik „Brunzdummer Irrsinn“. Dem möchte ich mich anschliessen. Er meinte Trumpich meine die FPÖ. Also zitiere ich hier jetzt einen zweifachen Oscar-Preisträger.

Bei der VIDA (Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft) ist es der  immer wiederkehrende Versuch, durch ein ständiges Schlechtreden der Branche Mitglieder zu gewinnen. Das ähnelt dem Versuch, einem Blinden unter Wasser die Matura zu erklären. Die Position der FPÖ, die in ihren Aussendungen vor der Zerstörung des Mittelstandes warnt, ist hingegen erschreckend.

Diese Position unterstreicht nämlich, wie weit weg die FPÖ mittlerweile vom Mittelstand und von den Unternehmern ist.

In FPÖ ist der (Abg) Wurm drinnen

Diese Position des Abschottens brachte auch letzte Woche der FPÖ-Abgeordnete Wurm im Plenum vor. Wurm, seines Zeichens „Bierversilberer“ im Zivilberuf,  will allen Ernstes, dass wir in der Tourismusbranche ohne Ausländer, respektive nur mehr mit Österreichern arbeiten. Der Bierversilberer will damit seinen Kunden die Mitarbeiter weg nehmen. Die Forderung ist einfach völlig weltfremd und absurd.

Ich kenne mittlerweile keinen Unternehmer in Österreich, der ohne „Nicht-Österreicher“ auskommt.

Kein Handwerk, keine Dienstleistung, keine Industrie. Wohlgemerkt: wir reden hier vorallem von Bürgern aus anderen EU-Staaten wie Ungarn zum Beispiel. Oder auch Deutschland.

Erst kürzlich hat die FPÖ im Plenum den AK Burgenland Antrag unterstützt, in dem es genau um diese Abschottungspolitik ging. Auch hier wäre das Christoph Waltz Zitat angebracht. Das Burgenland, das all die erdenklichen Unterstützungen und Förderungen durch die EU „erlitten“ hat (über 1 Milliarde Euro!), will jetzt nicht mehr Teil von Europa sein.

Es ist ganz einfach: die FPÖ und die VIDA sind nicht mehr bei den Menschen, bei den Unternehmern und Mitarbeitern.

Beide agieren abgehoben und völlig Unternehmerentrückt.

3 Gründe für Fachkräftemangel

Ich, Sepp Schellhorn, sehe 3 elementare Gründe für den Mangel an Fachkräften trotz der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit.

1. Dienstleistung für die Freizeitgesellschaft ist nicht mehr opportun (Mann/ Frau will selbst Teil der Freizeitgesellschaft sein)

2. Inaktivitätsfallen und Zumutbarkeitsbestimmungen 

3. Die demographische Kurve 

An der Entlohnung kann es nicht liegen.

Ich, Sepp Schellhorn, gebe Ihnen ein Beispiel:

Für einen Küchenchef in meinem Skirestaurant in Bad Hofgastein biete ich eine 5 Tage Woche mit täglicher Arbeitszeit von 08:30 bis 16:30 für einen Bruttolohn von Euro 4000,70 – sind Euro 2500 netto 53 qm Appartement mit Küche etc inklusive.

Und seit Juni habe ich keine Bewerbung.

Für meinen Betrieb in Salzburg suche ich einen 2.  Stellv. Küchenchef mit den gleichen Konditionen.

Keine einzige Bewerbung.

Selbst ein Abwäscher ist schwer zu finden für 1900 brutto (weit über der Mindestsicherung!)

Jüngstes Beispiel: Die Meldung über den Mangel an Pisten Mitarbeitern für die Bergbahnen Flachau. Seit 6 Wochen wird wie wild inseriert und man findet keine Mitarbeiter mehr für die Aufrechterhaltung des Betriebes. Die Argumente sind nicht neu. Wenn sich in solchen Sektoren das Arbeitseinkommen vom Nichtarbeitseinkommen kaum noch unterscheidet wird es sehr schwer Dienstleistungsbetriebe aufrecht zu erhalten. Darum : die Mitarbeiter müssen mehr verdienen und weniger kosten.

Dazu kommen dann Parteien & Interessensverbände und glauben hier, Kleingeld auf Kosten der Unternehmer zu machen. Und zwar mit Argumenten, die sich seit Jahrzehnten nicht ändern. Und mit jedem Jahrzehnt werden sie ungültiger.

In Wahrheit ist es nämlich so : DIE MITARBEITER KOSTEN ZU VIEL  und VERDIENEN zu wenig.

Mehr Netto vom Brutto

Das sind jene Mitarbeiter, die auch Steuern in diesem Land bezahlen und jene Unternehmer, die ihren Mitarbeitern gerne mehr Netto vom Brutto geben würden.

Und jetzt kommt die obengestellte Frage : wer ist daran schuld? Der Staat, die Sozialpartner.

Sie sorgen dafür, dass den Mitarbeitern zu wenig bleibt und die Lohnnebenkosten weiter steigen. 

Ich kann mir das Schlechtmachen der FPÖ in der unheilvollen Allianz mit der VIDA  nicht mehr anhören. Sepp Schellhorn denkt an Christoph Waltz … That´s a bingo!