Arbeit ist Integration

Sepp Schellhorn   08.09.2017

In meinem Bezirk Pongau finden wir im Tourismus keine Fachkräfte mehr. Es sind 95 ausgeschriebene  Lehrstellen nach wie vor unbesetzt. Eine Riesenschance, hier Beschäftigung und Integration zu verbinden.

Ich selbst habe 2015 36 Asylbewerber aufgenommen um sie auszubilden. 1/ wollte arbeiten, 1/3 war neutral und 1/3 schwer motivierbar. Meine Erfahrungen mit den Asylwerbern haben mich sehr nachdenklich gemacht. Vor allem auch aufgrund der unterschiedlichen föderalen Bestimmungen hat es Asylbewerber prinzipiell nach Wien wegen der sehr hohen Mindestsicherung gezogen. Dass dies zu einer Inaktivitätsfalle seitens der Asylwerber führt, damit keine Integration stattfindet und mögliche Parallelwelten entstehen, ist mittlerweile evident.

Es wird von den Regierungsparteien immer nur von der Einschränkung künftiger Flüchtlingsbewegungen gesprochen, die Integration von bereits anwesenden Asylwerbern und Asylberechtigten findet quasi nicht statt.

Chance für Tourismus

Österreichweit sind 5500 Stellen im Tourismus unbesetzt. Es werden deutlich mehr Menschen gesucht als „uns“ zur Verfügung stehen.

Im Tourismus ist es relativ leicht eine Arbeitsbewilligung zu bekommen.Es wäre gut und wichtig, dies auf alle Branchen auszuweiten. Integration kann nur durch Arbeit stattfinden. So lernen die Asylberechtigten nicht nur unsere Sprache sondern lernen unseren Kulturkreis kennen, unsere Arbeitsweise, unser „Art of living“.

IN meinem Hotel „Der Seehof“ habe ich mehrere Asylberechtigte, die ich seit 2015 hier beschäftige. Sie sind mittlerweile ein unersetzbarer Bestandteil unserer erfolgreichen Hotelmannschaft geworden. Ab Jänner wird Javed, ein aus Afghanistan geflohener Jugendlicher, mittlerweile 25 Jahre –  Frühstückschef in unserem Hotel. Er spricht perfekt Deutsch. Er erzählt immer von sich selbst, dass er ohne Arbeit nie die Sprache erlernt hätte und das sprichwörtliche österreichische Wesen verstanden hätte.

Ich bin daher zutiefst überzeugt, dass Arbeit Integration ist. Und Beschäftigung. Und vor allem Sprache.