Klartext statt Regierungs-PR

Sepp Schellhorn   12.06.2020

Schnelle, unbürokratische Hilfe

Diese wurde uns von der Regierung versprochen. Auf die großspurigen Ankündigungen folgte die Ernüchterung: Das bisherige Rettungspaket ist ein bürokratisches Monstrum, das an den Bedürfnissen der Betriebe vorbeizielt. In jedem fünften Betrieb in Österreich hat der Verlust das Eigenkapital aufgefressen, im Tourismus reicht das Eigenkapital oft nicht einmal mehr, um an einen Hilfskredit zu kommen. Die fehlende Liquidität wurde von der Regierung aber weder verstanden noch in Angriff genommen. Die handwerklichen Fehler in der Ausgestaltung der Fördertöpfe sind haarsträubend. Die Kurzarbeit ist mehr ein Sozialbeitrag der Unternehmen als eine Förderung.

Und während sich die Regierung beim eigenen Versagen wegdrückt, schiebt Bundeskanzler Sebastian Kurz uns Unternehmerinnen und Unternehmern die Schuld in die Schuhe, indem er suggeriert, dass wir zum Ausfüllen der Formulare zu blöd sind. Das sagt ein Kanzler, der – so wie Finanzminister Blümel – noch keinen einzigen Tag in der Privatwirtschaft verbracht hat.

Heiße Luft und wenig Substanz

Nächste Woche werden von der Regierung neue Rettungspakete vorgestellt. Damit ist abermals heiße Luft und wenig Substanz garantiert. Wenn wir eine Pleitewelle verhindern wollen, müssen jetzt Profis ran – die Zeit des Dilettierens ist vorbei. Mein Maßnahmenpaket für KMUs liegt auf dem Tisch.

Was wir nun brauchen, ist Krisenmanagement und sicher keine Selbstbeweihräucherung von Talentlosen.

Klartext statt Regierungs-PR

Mit dem Servus TV Corona-Forum ist ein neues TV-Format an den Start gegangen. Statt Regierungs-PR wird dort Klartext gesprochen. Hier ein Stimmungsbericht zum Thema “Hart, härter, Härtefälle! Kommt die Hilfe wirklich an?”. WK-Präsident Harald Mahrer wollte sich der Diskussion leider nicht stellen. Mit einer Doppelmagnumflasche Wein zu posieren ist eben leichter, als wütenden Unternehmerinnen und Unternehmern Rede und Antwort zu stehen…