30. April: Tag der UnternehmerInnen

Sepp Schellhorn   29.04.2017

Die Sozialdemokratische Partei bemüht sich mit für mich eher misslungenen Sujets und Werbevideos seit Wochen um ihre Stammklientel  – dem der Arbeiter/in. Man ist bescheuert (SPÖ-Linz), hinterfragt die Sinnhaftigkeit des Arbeitens (Chantal) oder isst einfach Pizza (dazu fällt mir nichts ein). Höhepunkt war für mich aber das Video der oberösterreichischen Arbeiterkammer- hier wird der Unternehmer als narzistischer und sexsistischer Spekulant dargestellt. Erst heute forderte Bürgermeister Häupl am Landesparteigat der Wiener SPÖ höhere Löhne, ohne zu verstehen, dass höhere Nettolöhne auch mit niedrigeren Abgaben für Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen sofort möglich wären. Die Reduzierung der viel zu hohen Lohnnebenkosten und der Zwangsbeiträge der Kammern könnten sofort Abhilfe schaffen.

 

Bevor man Geld verteilt, muss es verdient werden!

Als Unternehmer habe ich von der Sichtweise des 1. Mai genug. Historisch unbestritten hatte er eine wichtige Funktion in der Emanzipation der Arbeiter_innen und damit auch in der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. ABER: Es sind die abertausenden klein- und mittelständischen Betriebe, die heute zur positiven Wirtschaftsentwicklung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zum Wohlstand Österreichs beitragen. Auch diese Tragsäulen gehen in der Schlagwortorgie der Regierenden unter, man glaubt, dass das Reden über Digitalisierung und Start-Ups genügt. Keiner der Regierenden hat jemals die KMUs wirklich gefördert. Uns wird seit Jahrzehnten Jahr für Jahr stärker ins Börserl gegriffen. MEHR Vorschriften, MEHR Bürokratie, MEHR Steuern.

Alle Gründer_innen und Unternehmer_innen wissen was ich meine. Die Abgaben für Unternehmer_innen sind abenteuerlich hoch. Wir leisten Sozialabgaben, Lohnnebenkosten, Steuern und Zwangsbeiträge, die alle zuerst durch unsere unternehmerische Tätigkeit erwirtschaftet werden müssen. Es ist uns dennoch ein Anliegen, dass unsere Mitarbeiter_innen so viel verdienen, dass sie einerseits Freude an ihrem Job haben und sich andererseits das Leben auch leisten können. Von uns ist Kreativität, Innovation und Ideenreichtum gefragt, um keine Umsatzeinbußen zu bekommen. Wir wollen und müssen unternehmen, nicht unterlassen.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das freie Unternehmertum sind hingegen fürchterlich. Die Regierenden halten uns seit Jahren in einer Zwangsjacke und wir schaffen es dennoch, eine solide Basis für den Wirtschaftsstand Österreich zu erzeugen.

UnternehmerInnenbashing

Das UnternehmerInnenbashing muss endlich ein Ende finden. Ich rufe hiermit den 30.April als Tag der UnternehmerInnen aus. Und wir werden ihn jedes Jahr begehen und unsere Forderungen zu einer Verbesserung des Unternehmendaseins an die Verantwortlichen richten. Bis auch wir uns emanzipiert haben. Wir müssen wieder die Lust am Gründen bei den Menschen erwecken. Gründungskultur ist eine Zukunftsinvestition. Gründen heißt Arbeitsplätze schaffen, Geld zu verdienen, das wir verteilen können.

UnternehmerInnen sind Teil unserer Solidargesellschaft und nicht der Klassenfeind. Das sollte man endlich im 21. Jahrhundert verstanden haben.