Gewerbeordnung? – Der Moloch meldet sich zurück

Sepp Schellhorn   07.02.2017
Es war nur eine Frage der Zeit bis sich die Gewerbeordnung der Regierung Kern – Mitterlehner als Farce herausstellt. Und der Hauptdarsteller dieser Tragikomödie ist einmal mehr die Wirtschaftskammer:

Zunächst lies – trotz aller angemessener Kritik – die Gewerbeordnung in einigen Bereichen doch Vernunft und gewerbefreundliche Ansätze durchschimmern:

Gewerbetreibende sollten im Umfang von bis zu 15% (in bestimmten Fällen 30%) ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auch andere Leistungen erbringen dürfen – nämlich solche, die ihre eigene Leistung wirtschaftlich sinnvoll ergänzen.
Für mich als Hotelier bedeutet das zum Beispiel, dass ich im Umfang von 15% (bei reglementierten Gewerben – ansonsten im Umfang von 30%) meines Umsatzes meinem Gast das Leben erleichtern könnte: durch Wellnessangebote, Schiverleih oder Liftkartenverkauf, die der Gast unkompliziert in Anspruch nehmen möchte.

Zu früh gefreut, Gewerbeordnung!

Wieder einmal setzte sich der Moloch Wirtschaftskammer (zur Erinnerung: wohlgenährt durch unsere Pflichtmitgliedsbeiträge) in Bewegung und lobbyierte erfolgreich gegen diese Neuerung. Jetzt beziehen sich diese 15% bzw. 30% nicht auf das Wirtschaftsjahr, sondern auf einen einzelnen Auftrag, in meinem Fall auf den Gast. Der Hintergedanke dabei: da in diesem Fall die Quote schnell erfüllt ist, müsste ich doch wieder ein neues Gewerbe anmelden.

Und das bedeutet einen Gewerbeschein mehr.
Und damit mehr Geld für die Wirtschaftskammer.
Und was die Wirtschaftskammer damit macht, können Sie immer wieder an dieser Stelle nachlesen.

Meine Arbeit als Kammerjäger ist damit längst noch nicht vorbei, sie hat gerade erst wieder begonnen ….